Nach einer kleinen Pause bin ich wieder da.

Hallo meine lieben Leser.


Nun ist es doch schon eine Weile her, dass ich mich gemeldet habe. Das tut mir leid, aber ich hatte ein für mich ziemlich heftiges depressives Tief und musste damit erstmal für mich selbst klarkommen. Ich hoffe ihr versteht das. Da nun auch zwischen so wenigen Blogeinträgen ein so großer Abstand war, starte ich noch ein Mal komplett von vorne.

Warum ging es mir schlecht?

Wie ihr vielleicht auf meiner Instagram Seite lesen konntet, begann es damit, dass ich krank wurde und Fieber bekam. Mein Fieber stieg ziemlich schnell an, bis ich auf 40 Grad war und dann lag ich richtig flach. Ich schlief auf meinem Sofa ein. Irgendwann, nach ein paar Stunden wachte ich wieder auf und es war als sei ich in Trance. Ich setzte mich auf und fühlte mich ziemlich benebelt. Aber dann ging die Tür auf und das entscheidende Ereignis, weshalb ich zurück in mein depressives Tief fiel, stand mir bevor. Ich sah, dass mein bester Freund durch die Tür kam.

Mein bester Freund wurde am 03.08.1998 geboren und ist somit fast genau zwei Monate älter als ich. Was ich vorab sagen muss: mein bester Freund war ein Hund. Und zwar der Hund meiner Oma. Er kam als Welpe zu ihr. Zu der Zeit war meiner Mutter hochschwanger. Teddy (so hieß er) lag immer auf dem Schwangerschaftsbauch meiner Mutter. Er wusste, dass da ein Baby drin ist und hat mich dann auch schon bemerkt und wahrgenommen. Als ich dann zwei Monate später da war, freute er sich immer noch und hatte immer sehr viel Spaß daran in meinen Kinderwagen zu gucken. Allerdings hatte ich da noch große Angst vor ihm und weinte, wenn ich ihn sah, da er sehr groß und wild war, in seinen jungen Jahren. Da meine Eltern beide voll berufstätig waren, verbrachte ich, als ich klein war, sehr viel Zeit bei meiner Oma. Ich spielte immer oben, im ersten Stock und Teddy musste unten bleiben, wegen meiner Angst. Aber eines Tages kam endlich, wie ich heute sagen kann, der Moment in dem meine Oma irgendetwas unten erledigen musste oder holen wollte und einen Moment lang unaufmerksam war. Diesen Moment nutzte Teddy und raste die Treppe hoch. Er schmiss sich schon im Türrahmen auf den Rücken und rutschte auf dem Rücken zu mir, er wollte mir klar machen, dass er mir nichts tut. Ich, zu der Zeit kleine vierjährige, fing an ihn mit meinen kleinen Händen, am Bauch zu kraulen. Meine Oma kam erschrocken hinter ihm hergelaufen, aber dann lies sie uns alleine, denn dies war der Anfang der wohl innigsten Freundschaft, die ich in meinem Leben wohl je führen durfte.

Seit diesem Moment machten wir alles zusammen. In der Kindergarten- und Grundschulzeit hatte ich nie Freunde, ich war immer alleine. Das war der Grund, warum ich wirklich jeden Tag bei Teddy war. Wir haben dann zusammen gespielt, oder wenn ich Sorgen hatte, habe ich ihm das erzählt. Er hat immer zugehört, er hat sogar, wenn ich ihm etwas wichtiges erzählt habe, immer den Blickkontakt gehalten, was Hunde eigentlich nie machen. Die wenigsten Hunde halten Augenkontakt aus, aber er war in so vielen Hinsichten anders. Mit acht Jahren hatte ich angefangen mich immer normal mit ihm zu unterhalten. Meine Großeltern, meine Eltern und eigentlich alle, die diese Situation mit ansahen, dachten, dass ich psychisch neben der Spur sei oder so. Meine Mutter ging mit mir zum Arzt aber bei mir war alles okay. Ich redete nur mit Teddy, weil ich Antworten bekam. Natürlich hörte ich jetzt keine Stimmen oder so, dann wäre wohl doch nicht alles okay gewesen, aber… es war so eine ganz besondere Verbindung, man kann es eigentlich gar nicht so wirklich beschreiben. Ich fühlte seine Antworten quasi. Auch wenn ich nicht bei ihm war, sondern zum Beispiel zu Hause, wusste ich wie es ihm geht. Ich wusste immer, bevor meine Oma uns es mitteilte, wenn er krank war oder was besonderes erlebt hatte. Ich merkte es vorher. Und wenn er krank wurde, wurde ich auch krank. Es ging über die Jahre unverändert weiter, dass wir jede meiner freien Minuten miteinander verbrachten, wodurch unsere Bindung immer inniger wurde. Und dies wurde mir eines Tages ziemlich zum Verhängnis.

Es war Anfang Juli 2011, ich war 13 Jahre alt und wachte durch einen starken Hustenanfall auf und wusste woher er kam. Teddy hatte Husten. Ich machte mich sofort auf den Weg. Aber je näher ich dem Haus meiner Oma kam, desto bedrückter wurde ich, ich wusste nicht was los war, was mir ein wenig Angst machte. Als ich da war wuchs dieses komische Gefühl mit jeder Minute und ich rastete völlig aus, als Teddy sich von mir abwandte. Es war nahezu ein hysterischer Anfall, meine Oma war so erschrocken und ratlos, dass sie meine Eltern rief. Ich wollte mich nicht beruhigen lassen, ich schrie meine Oma an, dass sie einen Tierarzt rufen sollte. Sie war so verunsichert, dass sie sobald ich weg war mit Teddy zum Tierarzt ging. Bei ihm wurde eine Bronchitis diagnostiziert. Ich wusste, dass das Schwachsinn ist. Aber keiner hörte auf mich und ich verzweifelte. Ich war weiterhin jeden Tag bei ihm aber er war nicht so vertraut wie sonst. Und dann kam eines Tages dieser eine spezielle Morgen, mit dem alles begann…

Ich hatte ein Gefühl im Herzen, dass ich nicht aushielt. Es war als würde ich innerlich zerreißen. Es quälte mich. Ich lief im Kreis, konnte nicht zu ihm gehen, irgendwas hielt mich auf… ich ging los. Irgendwo in eine andere Richtung. Ich lief und lief und lief, bis ich im Nachbardorf angekommen war. Irgendwo im Wald. Und plötzlich… ich fühlte nichts mehr. Gar nichts mehr. Und dieses nichts war schlimmer, als jedes Gefühl der letzten Tage. Ich ahnte, was passiert war, bekam eine Panikattacke und rannte. Ich rannte ohne weiteres den ganzen Weg zurück, bis zum Haus meiner Oma, vor dem mich allerdings meine Mutter abfing. Ich versuchte sie wegzuschubsen. Mein Vater musste mich festhalten. Mein bester Freund war tot und ich hatte den größten Fehler begangen. Ich war nicht bei ihm. Und ich erfuhr später, dass er mich vorher wohl noch gesucht hatte.

Tagelang aß ich nichts, stürzte völlig ab, wurde magersüchtig. Ich weinte den ganzen Tag und schwänzte die Schule. Nichts ging mehr. Über Wochen. Und irgendwann wurde ich quasi kalt. Ich zeigte zwei Jahre lang keinerlei Emotionen, gab mir die Schuld an allem. Dass er tot war. Ich hätte mehr kämpfen müssen, dass die Diagnose Bronchitis widerrufen wird, denn letztendlich stellte sich heraus, dass es ein Tumor im Hals war. Ich wusste, dass es was weitaus schlimmeres war, hatte aber nicht weiter gekämpft. Diese Schuld zerriss mich. Bis heute habe ich seitdem diese Depression. Ich komm damit immer noch nicht klar. Ich hab mich nur mit der Situation abgefunden, aber eigentlich wird es vom Vermissen und vom Schmerz her jeden Tag schlimmer.

Und nun stand er vor mir. Ich wollte nach ihm greifen und fühlte ihn sogar. Genauso weich wie nun fast vor fünf Jahren. Er legte sich neben mich und ich nahm ihn in den Arm, wie damals bei der ersten Begegnung. Alles fühlte sich so echt an und dann war diese Fieberhalluzination zu Ende. Das war quasi wie ein Trauma. Ich fühlte mich drei Tage lang wie die ersten Monate nach seinem Tod. Das war der Grund, weshalb ich nicht schreiben konnte. Ich war zu depressiv. Es war einfach schrecklich, wie ein schlimmer Alptraum. Ich vermisse dich zu sehr Baby…


Aber ab jetzt werde ich euch wieder schreiben. Es zumindest versuchen. Von heute gibt es nicht mehr viel zu erzählen, war ein normaler Wochenendtag. Aber ich glaube ich habe euch für heute auch genug erzählt.


Bis morgen.

Eure Melli.

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28.2.16 21:25

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