22.02.2016

Hallo meine lieben Leser!


Ich hoffe, ihr hattet alle einen schönen Tag.

Als heute Morgen um fünf Uhr, meine Mutter in mein Zimmer kam, hätte ich einfach nur heulen können. Obwohl ich gestern direkt um 22 Uhr eingeschlafen bin, war ich heute Morgen genauso geschafft, fertig, müde und kaputt wie gestern Abend, bevor ich schlafen gegangen bin. Ich hatte überhaupt keine Kraft, aber musste mich dennoch die Treppe hinunter schleppen. Im Bad erledigte ich dann wirklich nur das nötigste, um nicht komplett tot auszusehen, immerhin sollten die Patienten sich nicht erschrecken, wenn ich die Station betrete.

Ich saß neben meinem Vater im Auto, es war arschkalt und dunkel. Fast wäre ich wieder eingeschlafen. Sonst kommt mir die Fahrt immer so endlos lang vor, auch wenn es nur vier Kilometer sind. Aber heute bin ich doch direkt aufgeschreckt, als wir da waren.

Ich ging in die Eingangshalle und holte die Brötchen für die Patienten ab. Anschließend ging ich rauf in den zweiten Stock, auf meine Station. Zuerst lief ich, verschlafen wie ich war, mit den drei riesigen Brötchentüten, in die Umkleide. Dann lief ich mit den drei riesigen Brötchentüten wieder aus der Umkleide raus und zu meiner Küche. Dort legte ich die Brötchen dann ab und ging zurück in die Umkleide. In Zeitlupe versuchte ich mich in meine Arbeitssachen zu quetschen, aber es scheiterte an der Koordination, weshalb ich bei der Hose fast umgefallen wäre. Zum Glück gibt es Wände. Danach ging ich wieder zurück in die Küche. Ich wollte gerade anfangen die Brötchen für die Patienten, die auf Zimmer essen, weil sie entweder zu schwach sind oder andere Defizite haben, zu schmieren, aber dann stellte ich fest, dass ich gar keine Leute auf Zimmer habe und dann war ich doch relativ ratlos. Ich mag das nicht, wenn mich irgendwas oder irgendwer aus dem Konzept bringt. Ich dachte kurz nach und übersprang dann den Schritt mit dem Brötchen schmieren. Für alle anderen Patienten, die nicht auf ihrem Zimmer essen müssen, gibt es in einem großen Speisesaal ein gemeinschaftliches Frühstück. Und Abendbrot auch. Für dieses Frühstück muss ich dann ein kaltes Buffet mit Aufschnitt und ähnlichem vorbereiten. Dies war auch schnell erledigt und ich ging dann rüber in unsere Personalräume, um zu gucken, ob ich dort Arbeit für mich finden würde. Das erste was ich dort fand, war allerdings ein Kerl in meinem Alter, den ich noch nicht kannte, aber meine Kollegin hatte mir schon von ihm erzählt, er musste der neue Schüler, also Auszubildende sein. Er ist ungefähr so groß wie ich, hat schwarze Haare und ist ganz gut gebaut. Damals, vor Torbens Zeit hätte ich sicher Gefallen an ihm gefunden. Aber irgendwie geht das nicht mehr. Ich kann keinen anderen Kerl mehr so wirklich interessant finden. Also klar ich hab den Schüler nun schon ganz gern angeguckt, hat auch ein nettes Lächeln, aber im nächsten Moment, freute ich mich schon, dass mein Torben auch bald auf die Station kommen würde. Ich bereitete ausgiebig ein Frühstück für meine lieben Kollegen vor und dann war mir langweilig, weil ich so wenig zu tun hatte. Hatte ja kaum Patienten. Aber es dauerte nicht lange, bis meine Kollegen dann auch zum Frühstück kamen. Aber für mich war das sofort wieder beendet, denn ich hörte, dass mein Torben kam. Ich erkenne ihn quasi an den Schritten. Ich sprang auf und strahlte ihn an, ich sah ihn direkt. Er stand an meiner Küche, um sie sauber zu machen. Er gehört zum Reinigungspersonal. Das ist mir aber egal. Für mich ist er alles was ich brauche, da ist es mir komplett egal, was er beruflich macht. Ich lehnte mich in die Tür und sah ihn beim Wischen zu. Wir unterhielten uns und lachten. Das Lachen von mir bei ihm ist einfach echt. Und es tut so gut. Dieser kurze Moment morgens ist einfach perfekt. Leider war er wie immer viel zu schnell fertig und ich ging in meine Küche, um meiner Arbeit weiter nachzugehen.

Torben machte die umliegenden Zimmer, während ich dem gewohnten Trott nachging und das Geschirr vom Frühstück in die Geschirrspülmaschine einräumte. Da hörte ich plötzlich aus seinem Mund das Wort, bzw den Namen „Mäuschen“ und war mir sehr sicher, dass das nicht an mich gerichtet war. Ich erstarrte. Ich wusste, dass er sich mit seinen Kolleginnen so blöde Spitznamen gibt, bei denen ich schon schlucken muss, aber damit klar komme, aber ich wusste, dass diese gerade auch nicht in der Nähe befanden. Ich guckte aus der Tür und dachte ich kipp weg. Da kam eine PATIENTIN in den 40ern um die Ecke. Ich musste mich bemühen, meine Kinnlade oben zu behalten. So eine? Ernsthaft. Ich hätte vor Eifersucht mit dem Kühlschrank nach ihm werfen könne oder ihn sonst wie zusammenscheißen können, aber ich entschied mich tief durchzuatmen, die Augen zu zu machen und an Einhörner zu denken. Ging. Dann schrieb ich ihm eine Nachricht, ob er das grade WIRKLICH ernst meinte, immerhin wäre ich für sowas in eine andere Stadt zwangsversetzt worden, sowas ist ein No-Go. Er akzeptierte das schnell und ich konnte mich dann wieder beruhigen. Langsam. Das Problem ist einfach, dass ich JEDE Frau schöner und einfach besser als mich finde. Ich krieg da Komplexe, weil ich ständig Angst haben muss, dass er einer bessere als ich es bin begegnet. (Und das ist nicht schwer, gut die Hälfte der Weltbevölkerung ist weiblich). Aber ich finde ich habe mich besser im Griff. Und deswegen waren die Wogen dann auch schnell wieder geglättet.

Später machte ich dann mit meiner Kollegin weiter, als diese um 11 Uhr auf Arbeit ankam. Mit ihr zusammen ist es immer wesentlich entspannter und die Zeit bis zum Feierabend verging auch viel, viel schneller rum und dann konnte ich auch schon nach Hause gehen.

Da ich immer noch völlig geschafft war, machte ich nicht mehr viel, als kurz mit meinem Hund raus zu gehen und mich dann aufs Sofa zu legen. Mehr war heute nicht drin. Und heute bin ich lange auf, denn morgen hab ich Spätdienst. Auch mal schön.


Bis morgen dann!

Eure Melli

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28.2.16 21:32

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