24.02.2016

Hey meine lieben Leser.


Mein Tag hat gestern Abend noch schrecklich geendet… Ich hatte noch Streit mit Torben… Er hat plötzlich fürchterlich schlecht über sich geredet. Er hat sich selbst beleidigt, schlecht gemacht… als ich gesagt habe, dass mir das weh tut, hat er einfach weiter gemacht! Und da kam mir denn der Gedanke… warum macht er das? Ich dachte darüber nach, er ließ da einfach nicht von ab und dann war ich mir sicher: er MUSS mich loswerden wollen… mich von sich wegtreiben! Ich redete die ganze Zeit gegenan, aber irgendwann konnte ich nicht mehr und es schaukelte sich immer, immer höher… Ich weinte die ganze Zeit.. so viel und so sehr wie schon ganz lange nicht mehr. Ich weiß nicht warum, aber diese Mischung daraus wie schlecht er über sich selbst redet und die Angst, dass er mich einfach loswerden will, mich nicht mehr liebt, und sich mich weg wünscht war zu grausam. Ich kriegte mich nicht mehr ein. Meine Emotionen überschlugen sich so sehr, dass ich mir nicht mehr sicher war, ob ich diese Nacht überstehen würde, ohne meine 100 Tage clean sein in den Sand zu setzen… So lange hatte ich nicht mehr daran gedacht mich zu ritzen. Ich war echt schon gut damit ausgekommen Skills zu nutzen, wie zum Beispiel das mit dem Gummiband am Handgelenk und das dann schnippen lassen, oder aber auch Eis an den Arm drücken oder scharfe Sachen zu essen. All das hatte mich vom ritzen abgehalten und mir weitere Narben erspart. Aber das schien in diesem Moment einfach nicht mehr genug und ich starrte auf die Schublade, in der sich meine Klingen befanden… Aber ich wusste, dass Torben das traurig machen würde. Und deswegen war ich stark. Und blieb stark. Nach einer Weile, als sich der Gedanke zerschlug, dass er mich loswerden wollte, weil er mir sagte, dass er mich nach wie vor liebte. Ich kannte noch nie einen Jungen und hatte noch nie einen Freund der so tolle Sachen zu mir sagte. Bei Torben ist es einfach anders. Und bei keinem anderen würde ich so lange warten! Das wäre mir ein Kerl normalerweise nicht Wert. Nach einiger Zeit beruhigte sich der Streit dann ein wenig, aber Torben kündigte an, dass er das heute zu Ende bringen möchte, weil er mich einfach nicht verstanden hat. Und ich ihn nicht… Aber da ich wusste, dass er mich nicht loswerden möchte, konnte ich einigermaßen beruhigt einschlafen.

Da ich wieder Spätdienst hatte, klingelte mein Wecker um 08:30 Uhr. Die Sonne schien und ich konnte einigermaßen durchatmen. Ich finde, wenn die Sonne scheint, ist gleich alles wieder ein bisschen erträglicher. Ich Schrieb Torben, der schon arbeitete, dass ich das jetzt gerne geklärt hätte, damit ich mich später bei der Arbeit konzentrieren könnte. Es erledigte sich tatsächlich in ein paar Minuten. Eigentlich in zehn Nachrichten. Ich weiß nicht, wieso es heute Morgen so schnell ging, ich denke aber, gestern war es alles schon zu hoch geschaukelt. Aber nun ist alles wieder gut und wir haben uns wieder lieb. Zum Glück.

Ich machte mich im Bad fertig und ging dann runter. Heute musste ich alleine frühstücken. Sowas mag ich nicht. Allgemein alleine sein und alleine leben find ich doof. Deswegen aß ich auch nur eine Schüssel Müsli, ohne jemand anderes ist es einfach langweilig. Deswegen machte ich auch den Fernseher an. Dort kam meine Soap, „Unter Uns“, die ich gestern aufgrund meines Spätdienstes, nicht sehen konnte. Ich guckte sie gebannt. Bis der Abspann kam. Und dann guckte ich auf die Uhr. Es war schon viel zu spät. Ich hatte über meine Sendung komplett die Zeit vergessen! Ich ging hoch in mein Zimmer, nahm mir mein Longboard und fuhr in der Sonne zur Arbeit. Das tat so gut!

Als ich meine Station betrat, war der erste Mensch, den ich sah mein Torben und ich musste direkt lächeln. Ich ging auf ihn zu und wir unterhielten uns. Wir können immer auf Anhieb so schön reden und lachen. Das liebe ich auch an ihm, weil ich das einfach lägst nicht mit jedem kann. Und wenn ich mit ihm rede oder einfach nur in seiner Nähe bin, bin ich glücklich. Es ist völlig gleich, ob ich extrem depressiv bin, traurig, genervt, angespannt oder sonst was bin. Sehe ich ihn, ist alles vergessen und das geht nun schon seit bald sieben Monaten so! Und ich bin jedes Mal wieder für diesen Moment, wenn ich ihn sehe, dankbar. Da hat's mein Schicksal wohl ein einziges Mal in meinem Leben gut mit mir gemeint.

Völlig beruhigt und entspannt durch das Reden und Lachen mit Torben, konnte ich dann meine Arbeit anfangen. Was mir direkt auffiel: ein Patient lief die ganze Zeit an der Küche auf und ab. Das nahm von Stunde zu Stunde zu und beim Mittagessen austeilen, konnte ich beobachten, wie dieser Patient anfing, mit sich selbst ganze Sätze zu reden. Irgendwann fing er an sich selbst anzuschreien und dann musste man ihn auf die Geschlossene verlegen. Sowas finde ich immer heftig. Ich Würde so gerne mal wissen, was in deren Köpfen vorgeht. Wie es sich anfühlt. Natürlich nicht für immer, ich möchte es einfach nur mal kurz nachvollziehen können. Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich finde psychische Krankheiten viel viel interessanter, als körperliche, da psychische Krankheiten immer irgendwie so ein Mysterium sind. Persönlichkeitsstörungen kann zum Beispiel keiner richtig erklären. Die Leute sind von der einen zur nächsten Sekunde ja völlig anders gelaunt und haben völlig andere Gedankengänge und Ansichten. Die würden es jedes Mal unterschiedlich beschreiben, wenn man sie fragen würde, wie das alles ist. Und man selber kann es ja nicht von alleine wissen, wenn man keine hat… und wenn man eine hätte würde man diese wahrscheinlich nicht als Persönlichkeitsstörung anerkennen.

In meiner Mittagspause bin ich rüber in unsere Kantine gegangen. Zum ersten Mal innerhalb fast sieben Monaten. Heute gabs dort Currywurst, das konnte nicht so verkehrt sein. Wars dann auch nicht. War ganz gut. Unsere Kantine kocht noch selber, ich finde unser Essen viel besser als das normale Krankenhaus Gematsche. Als ich fertig war, ging ich wieder zurück auf Station, wo meine Kollegin sich schon fertig für ihren Feierabend machte. Als sie dann weg war arbeitete ich wie gewohnt weiter und alles lief in seinen Bahnen, ruhig und entspannt, so wie es sein soll. Irgendwann hatten wir dann auch Kaffeepause. Meine Kollegen kamen alle in den Pausenraum und unser neuer Schüler setzte sich neben mich. Und ab dem Moment, in dem er seinen Mund öffnete, war ich verwirrt. Er textete mich ohne Gnade zu. Es wirkte als hätte er Interesse an mir. Er wollte mir Kaffee geben und Kuchen und mich komplett betüdeln. Jetzt kommt das große Aber: Ich war mir zu 200% sicher, dass er schwul ist. Hm komisch. Naja. Dann war ich glatt mal froh, dass meine Pause vorbei war, der Kerl hatte mir ein Ohr abgekaut. Wieder zurück in meiner Küche machte ich wie gewohnt weiter, da stand der da schon wieder. Ich dachte zuerst ich sei nun paranoid geworden, aber er wars wirklich. Ich sollte ihm die Küche erklären. Ja, Küche erklären. Naja ich gab mein bestes und dann war er endlich weg und ich konnte meinem Tagesablauf nachgehen, wie gewohnt ohne weiter Störungen und dann stand der Feierabend schon wieder vor der Tür.

Grade eben habe ich eine Nachricht von Torben bekommen. Er hat bald seine Theorie Prüfung für den Führerschein. Ich war happy. Echt. Damit sind wir unserem Ziel, einer funktionierend Beziehung, ein ganzes Stück näher. Ich atmete auf. Torben? Falls du das liest: Ich liebe dich einfach. Du bist das beste, was mir je passiert ist, ich bin mir sicher, dass DU das Mittel gegen meine Depression bist. Mit dir an meiner Seite wäre alles wieder gut, alles perfekt. Danke, dass ich dich kennenlernen durfte. Am Geburtstag meines verstorbenen besten Freundes. Einfach danke. Du bist der Richtige. Und ich werde dich NIE enttäuschen, Liebling. Du bist alles für mich. Danke danke danke.

Euch allen anderen, eine wunderschöne gute Nacht!


Bis morgen.

Eure Melli.

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28.2.16 21:37

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